In einigen Blogbeiträgen habe ich mich in den letzten Jahren sehr differenziert zum Einsatz von Microsoft SharePoint als umfassende Intranet-Plattform geäußert. Viele unserer Kunden sprechen mich gerade heute immer wieder auf den Artikel „Microsoft SharePoint – ein Auslaufmodell?“ an und erkundigen sich, ob das auch heute noch meine Einschätzung ist. Dazu einige neue Positionen und Erkenntnisse:

Zukunft SharePoint

SharePoint On-Premise lebt – mindestens bis 2026

Nachdem Microsoft Anfang 2014 die lokal installierte SharePoint-Version nahezu abgekündigt hatte, ist seit diesem Frühjahr klar: On-Premise wird mit Neuentwicklungen aus der Cloud am Leben gehalten und auch weiter unterstützt – zumindest bis zum Jahr 2026. Microsoft hat nach eigenen Aussagen gerade auch von den deutschen Kunden lernen müssen, dass nicht jedes Unternehmen sofort die Cloud annimmt, sondern sich auf Basis einer wohl überlegten Strategie den Weg langsam dorthin ebnet. Zu sehr müssen noch Bedenken bezüglich Datenschutz, Sicherheit und fehlender Systemhoheit aus dem Weg geräumt werden. Allerdings steht fest: Haben unsere Kunden noch vor zwei Jahren die Cloud „durch die Bank“ kategorisch abgelehnt, sind gut 20 Prozent davon heute schon auf Office 365 und SharePoint Online , 70 Prozent entwickeln eine Cloud-Strategie und die restlichen 10 Prozent kämpfen mit gesetzlichen Vorgaben (wollen aber in die Cloud).

 

SharePoint ist immer noch komplex – besonders in der Cloud

Entscheidet man sich heute für ein Intranet mit SharePoint, wird eine sehr moderne Plattform zum Einsatz kommen, mit der sich alle Anforderungen an ein zeitgemäßes und interaktives (social) Intranet umsetzen lassen. Gerade im Vergleich mit den jüngeren Lösungen wie Just, coyo oder Bitrix fällt allerdings auf, dass mit SharePoint immer noch ein Werkzeugkasten geliefert wird und Seitentypen, Communities oder Verschlagwortung aufwändig eingerichtet werden müssen. Kommt Office 365 zum Einsatz ist die Toolbox noch mächtiger: SharePoint mit Teamsites, Delve, Yammer mit Gruppen, Exchange mit Office Groups – und alle mit einer großen Überschneidung der Anwendungsfälle. Hier gilt es sich ein klares Bild zu verschaffen, für welchen Use Case welche Lösung genutzt werden soll und wie dies alles für den Anwender in einer sinnigen Informationsarchitektur strukturiert angeboten wird. Wir bei HIRSCHTEC nennen das: die Intranet Landscape aufstellen.

 

SharePoint muss kommuniziert werden – von Beginn an

Eigentlich ein Klassiker des Projekt-Setups, aber immer wieder völlig vernachlässigt: SharePoint ist schulungsintensiv und der Einsatz im Arbeitsalltag muss den Nutzern immer wieder vermittelt werden: Warum den Newsfeed nutzen? Wie geht das noch mal mit der Dokumenten-Versionierung? Was nützt mir die mySite? Wieso wirkt sich Verschlagwortung auf das Suchergebnis aus? Ach so, ich kann über Word bloggen? Wir erleben immer wieder, dass die Kommunikationsabteilung bei SharePoint-Intranets erst kurz vor Go-Live integriert wird und dann schnell Verständnis bei den Nutzern erzeugen soll. Das ist der falsche Ansatz: SharePoint muss vom Kick-Off an kommuniziert, erläutert und immer wieder frisch positioniert werden. Erst dann wird es ein Erfolg!

 

SharePoint und seine Ad-Ons – ein Erfolgsmodell

Unsere Experten bei HIRSCHTEC Xperts haben sehr nützliche Ad-Ons für SharePoint evaluiert und für gut befunden, mit denen Unternehmen Intranet-Projekte auf das nächste Level heben können. Diese nativ in SharePoint entwickelten Aufsätze bieten zum Beispiel moderne Seitentypen für Start- und Teamsites, einen weiterentwickelten Newsfeed (der endlich den modernen Standards entspricht) und beseitigen Defizite des Web Content Management. Zu diesen Ad-Ons gehören Valo, Beezy und Unily. Erste Projekte zeigen uns, dass die zusätzlichen Lizenzkosten durch kürzere Projektlaufzeiten und eine deutlich höhere Nutzerakzeptanz mehr als gerechtfertigt werden. SharePoint wird veredelt und von Nutzern endlich als moderne Plattform wahrgenommen – was will man mehr!

 

In diesem Sinne: Weiter viel Spaß mit einem lebendigen SharePoint!