Falk Hedemann (Bild: Xing)

Falk Hedemann ist Freier Journalist (u.a. für LEAD digital, Internet World Business) und Blogger und berät zudem Unternehmen bei ihrer digitalen Kommunikation, der Content Strategie und der Distribution von Inhalten im Social Web. Als Mitherausgeber des UPLOAD Magazins beschäftigt er sich mit dem professionellen Einsatz von Social Media. Online zu finden ist er auf seinem privaten Blog oder bei Twitter.


Interview mit Falk Hedemann – Freier Journalist & Social Media Consultant

1.) In externen Social-Media-Netzwerken hört man zusehends mehr über Unternehmen. Wie sieht es mit der Verknüpfung des externen Social-Media-Engagements mit der Internen Kommunikation aus? Werden dort ähnliche Arbeitsweisen angewandt?

Das ist nach meinen Beobachtungen und Erfahrungen sehr unterschiedlich. Während in einigen Unternehmen der Druck von intern zu extern gerichtet ist – also aus der Internen Kommunikation heraus der Wunsch nach einer ebenso gestalteten Externen Kommunikation im Social Web entsteht – ist es in anderen Unternehmen genau anders herum. Hier gibt es zuerst die Fanpage, das Corporate Blog und den Twitter-Account und erst dann kommt ein modernes Intranet dazu. Für meine Arbeit an der Externen Kommunikation ist der Fall „Intern-vor-Extern“ sehr viel einfacher, da dann bestimmte Denkweisen bereits etabliert und die Berührungsängste nicht mehr ganz so groß sind. Im Grunde ist die Interne Kommunikation das beste Training und die ideale Vorbereitung auf das Abenteuer Social Web.

2.) Gibt es bei Dir oder in Deinem Umfeld Projekte, welche sich mit der Modernisierung des Intranets und der Kommunikation untereinander beschäftigen? Wie gehen Deine Partner mit dem Zusammenwachsen dieser beiden Disziplinen um?

Leider ist es derzeit noch so, dass man als externer Consultant in der Regel keine Möglichkeit hat, mit den internen Kommunikationswerkzeugen zu arbeiten. Daher fehlen mir genauere Einblicke. Nicht selten heißt es dann aber auf Nachfrage: „Wir haben da Tool X und Tool Y, aber die nutzt nicht jeder.“ Dann werden weiter fleißig Excel-Tabellen mit immer länger werdenden Anhängen (v1_draft_bearb6_final_v7) verschickt. Ein echtes Zusammenwachsen sehe ich bislang höchstens auf kleinen Inseln im Unternehmen, die auf Bereiche oder Teams begrenzt sind. Aber meine Beobachtungen sind da sicher nicht frei von Verzerrungen, da ich als Enabler oft in Kommunikationssituationen gerate, die sich gerade im Aufbau befinden.

3.) Was glaubt Du, wie sich Intranets zukünftig entwickeln werden? Bleibt uns die klassische Top-Down-Kommunikation erhalten, geht es eher in Richtung interaktives Intranet oder wird es auch weiterhin eine Kombination geben?

Ich bin da ganz ehrlich: Die klassische Top-Down-Kommunikation wird es sicher weiterhin geben. Ich sehe darin aber auch kein Problem – wenn der Abstand zwischen Top und Down nicht zu groß ist. Genau darum wird es in den nächsten Jahren in der Internen Kommunikation gehen. Eine gewisse Hierarchie ist für eine bewegliche und entscheidungsfreudige Unternehmenskultur zwar wichtig, aber wenn dabei nur kleine Schritte zwischen den Ebenen liegen, werden Entscheidungen eher auf Konsens treffen und von der Masse mitgetragen. Dabei können Instrumente wie ein Intranet, das keine Hierarchien kennt, helfen – oder auch ein bloggender Chef. Das typische „Was macht denn der Herr Meier eigentlich den ganzen Tag?“ wird sich nicht komplett auflösen lassen, aber ein Mehr an interner Kommunikation führt zu einer transparenteren Unternehmenskultur und einer internen Demokratisierung von Wissen. Davon profitieren am Ende alle, egal ob Top oder Down. Und ja, die Intranets müssen dafür weiterentwickelt werden, damit die Nutzung noch attraktiver wird. Daran hapert es, meiner Ansicht nach, heute noch oft.

Vielen Dank Falk für das interessante Gespräch!

Quelle Beitragsbild: https://pixabay.com/de/kreide-kunst-streetart-wettbewerb-936195/