E-Learning – virtuelle Unterstützung oder Ersatz für den Coach?

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E-Learning – virtuelle Unterstützung oder Ersatz für den Coach?

Das lebenslange Lernen beschäftigt die Gesellschaft seit Langem und im digitalen Zeitalter, in dem immer mehr Prozesse in die Virtualität verschoben werden, stellt sich die Frage: Funktioniert das auch für das Lernen im Unternehmen? Eignet sich E-Learning optimal zur Vermittlung neuen Wissens?

Unser Artikel zum Wissensmanagement 2.0 hat sich damit auseinandergesetzt, wie Wissen im Unternehmen konserviert, verwaltet und ständig aktualisiert werden kann. Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass soziale Vernetzung über das Intranet individuelle Erfahrungen der Mitarbeiter transparent für andere zugänglich macht. Ging es bislang um den Erhalt der Wissensbasis, gehen wir jetzt einen Schritt weiter und stellen die Frage, wie neue Inhalte möglichst effizient an Mitarbeiter vermittelt werden können.

E-Learning gerät zunehmend in den Fokus virtueller Wissensvermittlung. Dabei können nach Wikipedia unter E-Learning alle Formen des Lernens verstanden werden „bei denen elektronische oder digitale Medien für die Präsentation und Distribution von Lernmaterialien und/oder zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation zum Einsatz kommen.“ Es spannt sich ein breites Feld auf, von Universitäten, die ihre Vorlesungen direkt ins Netz streamen, bis zu externen Instituten, die mittlerweile ganze Kurse über E-Learning-Tools und somit zu 100% virtuell abhalten. In unserem Kontext interessiert uns aber besonders die unterstützende Funktion, die E-Learning in Form von Video-Tutorials oder Lerneinheiten bei der Einführung einer neuen Technologie haben kann.

Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand: Es wird flexibel auf Zeit- und Raumplanung, aber auch auf den Bedarf und die Aufnahmefähigkeit des Mitarbeiters eingegangen. Dieser kann direkt am Arbeitsplatz oder aber an einem mobilen Gerät lernen und dabei seine Lernzeit individuell einteilen. Ist also E-Learning das effiziente Wundermittel? Unsere Praxiserfahrungen zeigen ein eher differenziertes Bild.

Die Einführung sozialer Vernetzungs- und Kollaborationsfunktionen im Intranet gehen immer mit einer Transformation gewohnter Arbeitstechniken durch neue Medien einher. Im Rahmen dieses Übergangs kann zwar die Funktionalität einzelner Module über E-Learning geschult werden, eine dauerhafte Verankerung im Arbeitsalltag des Mitarbeiters wird dadurch aber nicht erreicht. Hier sind eher Kommunikationskampagnen und kontinuierliche Coaching-Angebote gefragt, die z.B. die gewohnte Dokumentenarbeit und Mail-Kommunikation auf Wikis, Blogs und Message-Boards übersetzen. Genau in diesem Prozess ist der festigende persönliche Diskurs und Austausch zwischen den Mitarbeitern entscheidend. Ein gesunder Mix bei der Einführung eines sozialen Intranets besteht z.B. aus:

  • Einführungskampagne: „Vernetzung@yourcompany“
  • Vorstellung des neuen Intranets in Management-Meetings, bei Veranstaltungen für neue Mitarbeiter, etc.
  • Verankerung eines Moduls ‚Arbeitstechnik Teamsite’ in der Projektmethodik und Schulung für Projektleiter
  • Aufnahme eines Schulungskurses ‚Digitale Selbstorganisation’ als Klassenraum und/oder E-Learning-Kurs
  • Produktion von Video-Tutorials für die Nutzung der Vernetzungsfunktion, Wikis, Blogs und Teamsites
  • Online-Hilfen für Kernfunktionen wie z.B. ‚Dokument bereitstellen’, ‚Dokument verschlagworten’, ‚Personenprofil pflegen’ etc.

Wie so oft gewinnt der richtige Mix aus den einzelnen Methoden, bei dem die Arbeitsrealität des Mitarbeiters ebenso wie die thematische Zielsetzung des Unternehmens die Wahl der Mittel bestimmt. Und selbst wenn alles optimal abgestimmt ist, gilt: Beim virtuellen Lernen sitzt der persönliche Coach noch lange nicht auf der Ersatzbank.

By |2013-12-16T13:36:32+02:00April 30th, 2012|Categories: Blog, News|Tags: , , , , , |0 Comments

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