Schon wieder ein neues buzz word, werden sicher jetzt viele von Ihnen denken. Welcher tiefere Sinn aber steckt hinter diesem Ausdruck?

Jeder kennt die Weisheit, dass nur ca. 20%  der Informationen in einem Unternehmen strukturiert über Applikationen verwaltet werden und mit Geschäftsprozessen nachvollziehbar verbunden sind (die Zahlen können abweichen, die Tendenz jedoch stimmt). Die übrigen 80% stehen in Form von Dokumenten, e-Mails oder auch einfach nur als intrinsisches Wissen der Mitarbeiter unstrukturiert zur Verfügung. Dieser Anteil ist damit (wenn überhaupt) nur lose mit Geschäftprozessen und der Wertschöpfungskette verbunden.

Value Based Information Management setzt genau hier an und identifiziert und vitalisiert die für die Wertschöpfung wichtigen unstrukturierten Informationen. Vitalisierung bedeutet dabei nicht eine Überführung in Ablage- oder Datenbankstrukturen. Hier würde man unweigerlich auf Grund der Heterogenität der Arbeitsweisen der Mitarbeiter scheitern und immer nur dem Chaos der neu entstehenden Ablagen und Dokumente hinterherarbeiten. Vielmehr schlagen wir im Sinne des Enterprise 2.0 (oder auch Social Corporate Media) folgendes Vorgehen vor:

  • Identifikation derjenigen Wertschöpfungsbereiche, die durch unstrukturierte Informationen unterstützt werden (z.B. Produktentwicklung, Vertrieb, Softwareentwicklung etc.)
  • Aufbau eines flexiblen Corporate-Tagging-Mechanismus, so dass unstrukturiert abgelegte Informationen gekennzeichnet und mit Informationen zu Thema, Autor und Zielgruppe verbunden werden können.
  • Analyse der Medienkanäle, über die die zugehörigen Informationen erzeugt und in denen sie von den Mitarbeitern ggf. abgelegt werden.
  • Entwicklung eines Enterprise 2.0 – Bebauungsplanes, der mindestens folgende Dimensionen abdeckt:
    • Prozess- oder Wertschöpfungsbereich
    • Informationseinheit (z.B. Dokumentation, Protokoll, Lastenheft etc.)
    • Medienkanal (z.B. Dokument, Blogeintrag, Wikieintrag, E-Mail etc.)
    • Erzeuger
    • Zielgruppe
    • Unterstützendes IT-System
  • Leitlinien für die digitale Arbeitsorganisation zur Erreichung des Soll-Zustandes

Aus unserer Erfahrung ist die Hauptaufgabe also nicht die völlige Strukturierung aller Informationen. Vielmehr werden über die Möglichkeiten des Enterprise 2.0 unstrukturierte Informationen durch Tags und Networking-Elemente besser auffindbar und für alle verwertbar gemacht.

„Value Based“ bedeutet dabei: Konzentration auf die für das Unternehmen wertschöpfenden Bereiche und nicht Aufbau einer völlig freien Blogosphäre oder Wiki-Plattform mit der Hoffung, dass irgendetwas brauchbares dabei herauskommt. Dies wäre nur noch ein weiterer Schritt zum ‚Information Overflow‘ (Buzz Word Bingo!).