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Kennen, Können, Kontrollieren: Warum Adoption bei agentischer KI neu gedacht werden muss

Adoption bei agentischer KI

von Oliver Chaudhuri

 

„Kennen. Können. Wollen.“

 

An diesem Adoption-Dreiklang habe ich in den vergangenen Jahren konsequent festgehalten und ich halte ihn auch künftig für richtig. Nur: Bei agentischer KI stoßen wir damit an eine Grenze. Wenn KI nicht mehr nur Vorschläge macht, sondern Aufgaben übernimmt, verändert sich auch unsere Rolle. Wir nutzen nicht einfach ein neues Tool, wir delegieren Arbeit. Und wer Arbeit delegiert, muss nicht nur wissen, was der andere kann. Er muss auch wissen, was er dem anderen anvertrauen kann.

 

Vom Bedienen zum Delegieren

Ein Copilot hilft mir bei einer Aufgabe. Ein Agent kann eine Aufgabe (vollständig) für mich erledigen. Das klingt lediglich nach einem Mini-Unterschied, ist in der Praxis aber erheblich. Denn plötzlich stellen sich ganz andere Fragen:

Welche Aufgaben darf ein Agent selbstständig erledigen? Wo braucht es eine Freigabe? Welche Ergebnisse muss ich prüfen? Und wann ist es sinnvoller, die Aufgabe doch selbst zu übernehmen?

 

Das sind keine rein technischen Fragen. Es geht um Kompetenzen, Prozesse und Verantwortlichkeiten – und damit um Adoption. Aus „Kennen. Können. Wollen.“ wird mehr. Genau deshalb würde ich unser bewährtes Credo nicht abschaffen. Ich würde es erweitern:

 

  • Kennen: Was kann die KI – und was kann sie nicht?

  • Können: Wie arbeite ich sinnvoll mit ihr zusammen?

  • Wollen: Welchen konkreten Mehrwert bringt mir das?

  • Kontrollieren: Was muss ich prüfen, bevor ich das Ergebnis nutze?

 

Und vor allem: Verantworten: Wofür bleibe ich letztlich selbst verantwortlich?

 

Gerade der letzte Punkt wird entscheidend. Denn Verantwortung lässt sich nicht einfach mitdelegieren (gerade dann nicht, wenn der Agent einen Großteil der Arbeit übernimmt). Bei agentischer KI-Adoption geht es deshalb nicht mehr nur darum, Menschen für ein neues Tool zu begeistern. Es geht darum, ihnen Sicherheit für eine neue Form der Zusammenarbeit zu geben.

 

Interne Kommunikation kann dabei Orientierung schaffen: Was kann KI? Was darf sie? Was sollte sie? Und wo bleibt der Mensch am Steuer? „Kennen. Können. Wollen.“ bleibt also richtig. Für den AI Workplace brauchen wir nur ein bisschen mehr: Kontrollieren. Verantworten. Governance sicherstellen und ernst nehmen.

 

Die entscheidende Kompetenz wird künftig nicht sein, alles selbst zu machen, sondern zu wissen, was man der KI guten Gewissens überlassen kann – und was besser nicht.

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