Vielfalt der Portale

Wir werden oft zu unserer Einschätzung befragt, welches denn nun die ideale technische Plattform für das zentrale Unternehmensportal ist. Zu Beginn der Portalprojekte 2001/2002 wurde (auch von uns!) das zentrale Portal als der Einstieg in die Informationswelt der Unternehmen propagiert. Die Erfahrung aus mehr als 20 Projekten hat uns mittlerweile eines besseren belehrt:

  • Unternehmen müssen durch die Strategie der Hersteller oft per se mehrere Plattformen zum Einsatz bringen. So ist das SAP Portal z.B. integrativer Bestandteil von SAP HR oder BW, Microsoft SharePoint ist verbunden mit dem MS Project Server.
  • Eine alles integrierende Informationsarchitektur kann in der Regel nicht über das gesamte Unternehmen mit einer Plattform realisiert werden. Spezielle Szenarien wie z.B. ein Wissensmanagement-Portal, ein Vertriebsportal oder ein Kollaborationsportal können funktional und navigatorisch so hohe Anforderungen stellen, dass eine zentrale Plattform hier eher ein Projektverhinderer ist.

Die Lösung kann darin bestehen, mehrere Plattformen einzusetzen. Z.B. ein Prozessportal mit SAP zu realisieren, für Collaboration auf MOSS zu setzen und das Intranet mit einem Web-Content-Management-System wie Red.Dot oder coremedia zu realisieren. Was für den IT-Leiter eine Herausforderung im Management der unterschiedlichen Applikationen, Technologien und Betriebskonzepte darstellt, kann für den Anwender ein reiner Segen sein. Klar definierte Einstiege unterstützen die Orientierung, der ‚best of breed‘ – Ansatz erleichtert evtl. die Nutzung der Inhalte(Dokumente mit MOSS in der gewohnten Office-Logik verwenden, mit dem SAP Portal die bekannten Navigationselemente und Reports wiedererkennen). Auch politisch kann durch ein Nebeneinander von Portalen Brisanz aus Diskussionen zwischen Fachabteilungen genommen werden.

Zum Nebeneinander der Portale hier einige Denkanstösse:

  • In allen Portalen sollte möglichst ein einheitliches Design und eine selbstähnliche Navigation umgesetzt werden (Nutzer können mit Absrpüngen und Übergängen umgehen, werden aber von einer zu grossen Vielfalt abgeschreckt!)
  • Die Plattformen sollten nicht tief integriert werden. Das ist teuer und bringt für den Nutzer nur wenig Mehrwert. Lieber den Übergang gestalten, als eine Integration auf Biegen und Brechen herbeiführen
  • Die Notwendigkeit von Web-Content-Management-Systemen (WCMS) sollte auf den Prüfstand gestellt werden. Benötigen Sie für wenige Redakteure wirklich ein System, das nur mit einem mittleren sechstelligen Budget eingeführt werden kann? Oder kann das WCMS durch native Funktionen oder günstige Add-Ons des Portals ersetzt werden?

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