Vom Homo Ludens zur Gamification

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Vom Homo Ludens zur Gamification

„Der Mensch ist nur ganz da Mensch, wo er spielt“, schrieb Friedrich Schiller und landet mit einer alten Erkenntnis mitten in der virtuellen Gegenwart: Im kindlichen Spiel eine Grundform des Lebens zu sehen, die alles enthält, was es dem Menschen ermöglicht, selbst schöpferisch zu sein. Später sprechen die Geistes- und Sozialwissenschaften in den verschiedensten Kontexten vom Mensch als Homo Ludens, d.h. von der Vorstellung, dass der Mensch seine Fähigkeiten über das Spiel ausbildet. Heute wissen wir, dass die spielerische Aneignung von Inhalten nicht mit der Kindheit endet, sondern auch für den Lernerfolg von Erwachsenen von signifikanter Bedeutung ist; eine Erfahrung, aus der die Werbeindustrie das Konzept der Gamification abgeleitet hat, das aufgrund des Erfolges schnell von anderen Branchen, wie der Softwareindustrie, übernommen wurde.

Was versteht man unter Gamification?

Unter Gamification wird der Transfer von Spielelementen auf das reale Leben verstanden. Alle Formen von Arbeit können mit Spieldesignprinzipien und –mechaniken verknüpft werden. Genau wie in vielen Videospielen werden Erfahrungspunkte, Highscore-Listen, Fortschrittsbalken, virtuelle Güter oder Achievement Systeme mit Auszeichnungen und Awards eingesetzt. Jede Aktivität erhält durch ein Punktesystem einen messbaren Erfolg und durch eine zusätzliche soziale Komponente auch die direkte Vergleichbarkeit. Deswegen wird Gamification mittlerweile, als der neue Trend nach der sozialen Perspektive gefeiert. Aus sozialen Netzwerken haben wir viel gelernt, nun werden diese gamifiziert – es darf gespielt werden.

Genau diese Elemente sind es, die auch zunehmend im sozialen Intranet eine Rolle spielen. Gamification hilft Technologien ansprechender zu machen und so den Mitarbeiter stärker an die Anwendung zu binden. Außerdem wirkt das Intranet gerade nach der Neueinführung durch die „Spielregeln“ beherrschbar. Allgemein lässt sich also die Partizipation der User, aber auch ihre Selbstständigkeit steigern. Es drängt sich der beliebte Vergleich mit jungen Pfadfindern auf, die viel Zeit und Kraft einsetzen, um unentgeltlich zu arbeiten und bei denen lediglich die Abzeichen und Orden, die auf die Uniform genäht werden, das Engagement sichtbar machen.

Dieses Engagement wünscht sich ein Intranet Manager auch für sein Produkt. Die Mitarbeiter sollen die neue Plattform akzeptieren, der Umgang mit ihr soll absolut natürlich werden, die Arbeit vereinfachen und ganz nebenbei auch noch Spaß machen. Eine Möglichkeit um dieses Ziel zu erreichen, bietet Gamification. Als ein populäres Beispiel wäre hier der Onlinehändler Zappo’s anzuführen, der dem Log-In-Prozess ins eigene Intranet ein Gesichtserkennungsspiel hinzugefügt hat. Wie von selbst lernt der Mitarbeiter seine Kollegen kennen, deren Namen er Fotos zuordnen muss. Er startet mit einem Spiel in den Arbeitstag und ist motiviert seine Fähigkeiten zu verbessern.

Soweit die Theorie … Selbstverständlich funktioniert ein derart spielerischer Zugang zur Arbeit nicht in jedem Unternehmen. Es ist die jeweilige Unternehmenskultur, die für den Erfolg von Gamification ausschlaggebend ist. In konservativen Strukturen bietet der Einsatz von beispielsweise Highscore-Listen sicherlich weniger Vorteile, als in Unternehmen mit jüngeren Arbeitnehmern oder aber in Abteilungen, in denen naturgemäß ein großer Wettbewerb herrscht. Dort kann die Gamification des Intranets ihre Wirkung voll entfalten.

By |2013-12-16T17:31:42+02:00November 30th, 2011|Categories: Allgemein, Blog, Wissen|Tags: , , , |1 Comment

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One Comment

  1. Anonymous 14. Februar 2012 at 14:37 - Reply

    Your’s is a point of view where real intelligence shines thgruoh.

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