Einer neuen Studie des Verbandes BITKOM zu Folge sind 47% aller Online-Nutzer in Deutschland Mitglied von Facebook, 42% dieser Mitglieder werden als ‚aktive Nutzer’ gezählt (siehe auch Spiegel Online und BITKOM). Unternehmen sollten bei diesen Zahlen mehr als aufhorchen! Galt doch bisher die Regel von Nielsen, dass bei Online-Plattformen lediglich 10% der Nutzer zu den (mehr oder weniger) aktiven zu zählen sind (siehe auch Jakob Nielsen). Dazu kommt, dass nach unseren eigenen Studien, lediglich unter 10% aller potentiellen Mitarbeiter klassische Intranets aktiv nutzen und interne Plattformen wie Foren, Communities und Projekträume eher unter 5% der Mitarbeiter als ‚Mitglieder’ bezeichnen können.

Das bedeutet: Facebook unterstützt ein drängendes Kommunikationsverhalten und erreicht damit Nutzungsquoten, von denen klassische Intranets nur träumen können!

Glaubt man den Zahlen der BITKOM-Studie wollen sich Menschen geradezu zwingend miteinander elektronisch vernetzen, sich in Ihrem ‚Activity Stream’ über andere informieren, Aktionen anderer kommentieren und miteinander chatten (ein Hauptanwendungsfall bei Facebook für die Zielgruppe unter 30 Jahren).

Dieses hochdynamische und sehr schnelllebige Kommunikationsverhalten wird zunehmend damit auch in die Unternehmen transportiert. Mitarbeiter lassen sich nicht mehr nur über Aushänge, Mitarbeiterzeitungen und reine ‚Nachrichten’-Intranets erreichen. Auf Facebook findet man sogar Firmenintranets, die einen kompletten (internen) Kommunikationskanal auf einer Facebook-Seite allen ‚Freunden’ öffnet. Ein Beispiel dafür ist ‚Siemens USA’. Der Vorteil liegt hier auf der Hand: die internen Nachrichten, die in der Regel immer so verfasst sind, dass sie auch nach Außen gelangen können, stehen so potentiellen Kunden und Mitarbeitern zu Verfügung und vermitteln ein transparentes (und hier auch positives) Bild des Unternehmens – und das mit minimalem technischen Aufwand.

Dies ist sicher ein extremes Beispiel. Jedoch sollten Unternehmen dazu übergehen, die Kommunikationsmechanismen von Facebook genau zu analysieren und diese für die interne Kommunikation zu nutzen. Ansonsten werden in naher Zukunft viele Mitarbeiter noch schlechter erreicht werden können. Die dramatischen Folgen: Desinformation, sinkende Identifikation mit dem Unternehmen und schlechte Botschafter für das Unternehmen auf Facebook & Co.!