Wie sich Generation Y und Generation Z am Arbeitsmarkt unterscheiden

Sie sind jung, gut ausgebildet und stellen Arbeitgeber vor völlig neue Herausforderungen. Die Rede ist von den aktuellen und zukünftigen Arbeitnehmern aus den Jahrgängen 1980 bis 2015. Sie werden im Volksmund Generation Y und Generation Z genannt. Wie sich die beiden Generationen voneinander unterscheiden und wie Unternehmen sie an sich binden können, erläutern wir im Folgenden:

Man bezeichnet sie als Digital Natives und Digital Natives 2.0. Während die Generation Y als Digital Immigrants den Internetboom und die Globalisierung als Jugendliche in vollen Zügen miterlebt hat, wurde die Generation Z in den digitalen Umbruch hinein geboren. Was beide Generationen ausmacht: Sie sind durch den selbstverständlichen Umgang mit digitalen Medien begehrte Arbeitnehmer, insbesondere auch aufgrund des fortschreitenden Fachkräftemangels in Deutschland. Es sollte daher kein Problem sein, qualifizierte Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt unterzubringen. Doch leider geht diese Rechnung für viele Arbeitgeber nicht auf.

Denn die neue Generation der Berufstätigen stellt Forderungen – was für viele Arbeitgeber per se schon neu ist, da die Vorgängergenerationen – außer einem sicheren Arbeitsplatz – meist nicht viel gefordert haben. Neu ist zudem auch die Art der Forderungen, da die Motive für ein langfristiges Arbeitsverhältnis in der Generation Y vermehrt intrinsischer Natur sind. Statt Boni und Firmenwagen wünschen sich die Millennials flache Hierarchien, eine Work-Life-Balance sowie Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Für Arbeitgeber bedeutet das: Durch Entlokalisierung des Arbeitsplatzes, flexible Arbeitszeitmodelle, interessante Aufstiegsmöglichkeiten und vielfältige, sinnstiftende Aufgaben können sich Unternehmen als Arbeitgeber für die Generation Y attraktiv machen. Denn das Credo der Generation Y lautet: Work-Life-Blending, die Verschmelzung von Lebens- und Arbeitswelt.

Die Generation Z unterscheidet sich signifikant von der Generation Y

Nun könnte man annehmen, dass ein Arbeitgeber, der all diese Anforderungen erfüllt für jeden Digital Native interessant sein dürfte. Doch die Generation Z denkt anders als die Vorgängergeneration Y: Sie glaubt nicht an eine faire Fusion von Beruf und Freizeit. Stattdesssen fordert sie feste Arbeitszeiten und somit eine klare Abgrenzung von Privatem und Beruflichem. Arbeits-E-mails nach Feierabend lesen? – Auf keinen Fall! Das wirkt, im Vergleich zur Generation Y, die nach Resultaten statt nach Präsenz entlohnt werden möchte, recht konservativ für eine so junge Generation.

Viele der jüngsten und zukünftigen Arbeitnehmer scheinen folglich nicht mehr bereit, Mühe und Zeit ins Berufsleben zu investieren. Struktur, Mitbestimmung, Eigenständigkeit und Sicherheit sind die Werte, mit denen sie arbeiten können. Während die Generation Y noch mit Karriereversprechungen überzeugt werden konnte, halten viele Digital Natives 2.0 nichts von Führungspositionen – geschweige denn davon, eine zu übernehmen. Die Identifikation mit dem Job scheint in dieser Generation praktisch auszusetzen, einen unbefristeten Arbeitsvertrag verlangt man aber trotzdem.

Stellt die Generation Z nur Forderungen oder hat sie auch Stärken, die sich für Arbeitgeber auszahlen?

Und dennoch: Trotz ihrer Anforderungen ist die Generation Z relevant für Arbeitgeber. Warum? Weil sie als digital sozialisierte Generation, die mit Smartphone, Tablet und Co. aufgewachsen ist, die Online-Welt wohl besser als jede andere Generation versteht. Junge Berufstätige aus der Generation Z nehmen die Geschwindigkeit des digitalen Wandels auf und bewegen sich selbstverständlich in diesem, wissen zudem auch jederzeit über virale Trends und Entwicklungen Bescheid.

Da liegt es auf der Hand, dass ihre Stärken im Multitastking und im raschen Abarbeiten von Aufgaben liegen. Lange Projektarbeit ist bei dieser Generation jedoch eher unbeliebt. Sie glänzt durch Eigeninitiative und schöpft den Wissens- und Erfahrungspool voll aus. Dem Recruiter „prosoft“ nach handelt es sich also um eine durchaus interessante Generation für jeden modernen Arbeitgeber. Zudem besteht die Generation Z zunehmend aus Visionären, die ihr eigenes System erschaffen wollen statt sich bestmöglich im Bestehenden zurecht zu finden (Quelle: Wirtschaftswoche Ausgabe 23, 2019). Eine  Eigenschaft, die gerade in Zeiten des digitalen Wandels eine positive ist und die zeigt, dass diese Generation keine Angst vor Veränderungen hat, Neues schaffen will und nicht in alten Strukturen verharrt.

Kurzum: Flexicurity – das Kofferwort aus Flexibilität und Security, beschreibt die Bedürfnisse der Generation Z perfekt. Um sie abzuholen, empfiehlt es sich daher für Arbeitgeber, ein transparentes System einzuführen und verbindliche Spielregeln für die Zusammenarbeit festzulegen. So besteht eine sehr gute Chance, diese von Haus aus eher nicht arbeitgeber-loyale Generation, auch über die Probezeit hinaus, an sich zu binden.

Eine Herausforderung – aber machbar: Beide Generationen unter einen Hut bringen

Folglich wird die größte Herausforderung für Personaler künftig darin bestehen, die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse von Generation Y und Generation Z unter einen Hut zu bringen. Doch zumindest eines haben beide Generationen gemeinsam: den Wunsch nach Anerkennung und Wertschätzung! Und als Werkstudentin bei HIRSCHTEC freue ich persönlich mich immer wieder, dass wir nicht nur die Lob-Funktion auf Yammer haben, sondern auch ein Arbeitsumfeld, in dem alle Generationen gut zusammen arbeiten können.

Und klar ist: Es bleibt dynamisch am digitalen Arbeitsmarkt… und wer weiß schon was nach Z kommt?