Information Architecture (IA) ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Doch was steckt hinter dem Begriff Information Architecture? Wir haben für Sie die wichtigsten Hintergründe zusammengestellt.
Die Anfänge der IA reichen weit zurück, eigentlich bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Mensch sich Gedanken zu Klassifizierungen und Ordnungskritieren gemacht hat. Die Einführung von Bibliothekssystemen kann als ein wesentlicher Beginn der heutigen IA verstanden werden. Hier wurden bereits Anfang des 20. Jhrd. Millionen handschriftlicher Publikationen systematisch verzeichnet und geordnet. Damit wurde damals ein auch heute noch aktuelles Bedürfnis adressiert: Das Streben nach einem zeitnahen und stetigen Informationsaustausch, der den aktuellen Informationsstand für alle beteiligten Kommunikationspartner bereithält.

Die Einführung des Internet hat diesem Bedürfnis weiter entsprochen und eine Plattform für den räumlich unabhängigen Austausch von Informationen bereitgestellt. Die Vernetzungsmöglichkeiten zwischen Menschen und somit auch zwischen verschiedenen Informationsquellen haben mit der Entwicklung von Kommunikationsmedien und -technologien zugenommen. Die Anzahl der Informationsquellen wächst stetig und scheint unüberschaubar zu werden. Daher müssen (digitale) Systematiken entwickelt werden, die eine gezielte Informationsablage und -suche fördern. So wie im Bibliothekswesen Mechanismen entstanden sind, Publikationen zu kategorisieren, zu strukturieren und auffindbar zu machen, erfordert auch der Umgang mit Internettechnologien angepasste Mechanismen und strukturelle Abläufe, Informationen effektiv zu nutzen.

Peter Morville und Louis Rosenfeld haben in ihrem Buch „Information Architecture for the World Wide Web“ (1.Auflage, 1998), eine Definition zur IA gegeben.

1. The structural design of shared information environments
2. The combination of organization, labeling, search, and
     navigation systems within web sites and intranets
3. The art and science of shaping information products and
     experience to support usability and findability
4. An emerging discipline and community of practice focused
     on bringing principles of design and architecture to the
     digital landscape

(Morville/Rosenfeld, 3.Auflage, 2005, S. 4)

In unseren Projekten ist uns wichtig, die IA bezogen auf die jeweiligen Bedingungen eines Unternehmens zu konzipieren. IA stellt für uns das generelle Nutzungsmodell eines Intranets, eines Portals oder einer Applikation dar. Sie nimmt die Bedürfnisse der Nutzer, des Unternehmens und der Arbeitsabläufe auf. Auf dieser Basis entsteht ein Grundgerüst, das im Idealfall auf lange Sicht bestehen bleibt und für Erweiterung offen ist. Informationen sollten je Verortungsmodell des Unternehmens und der Nutzer zugeordnet, abgelegt und aufgefunden werden können.

Kernbestandteile der IA sind damit:

– Ein Klassifizierungs- und Strukturierungsmodell
– Die Navigationslogik
– Das Informationsdesign
– Die Interaktionselemente

Diese Vorgehensweise findet sich auch in der Architektur wieder, in der ein Raumkonzept erarbeitet wird, das sich an der Umgebung, den Menschen und ihren Tätigkeiten orientiert. Damit ist die Brücke zwischen Information und Architektur geschlagen.

Einen ausführlichen Rückblick auf die Begriffsentstehung und die von uns gefundenen Quellen finden Sie in unserem Bereich Wissen.