Mitarbeiterbindung und die Rolle des Social Intranets

Mitarbeiterbindung und die Rolle des Social Intranets„Digital Workplace“ oder „der Arbeitsplatz der Zukunft“ – ein großes Thema, das so ziemlich alle Industrien beschäftigt und herausfordert. Doch eines steht fest: Der Arbeitsplatz kann noch so digital sein, der Mittelpunkt ist und bleibt aber der Mensch. Zwar bilden moderne IT-Lösungen den Grundstein für den digitalen Arbeitsplatz, was jedoch vor allem nicht fehlen darf, sind Emotionen.

Vielen Mitarbeitern mangelt es an emotionaler Bindung zum Arbeitgeber

Kruppianer, Opelaner, oder Siemensianer nannten sich Mitarbeiter, die ihr Unternehmen als zweite Familie betrachteten und ihrem Arbeitgeber bedingungslose Loyalität entgegenbrachten. Laut einer Gallup-Studie[1] haben im heutigen Digitalisierungszeitalter aber 85 Prozent der Mitarbeiter deutscher Unternehmen nur eine geringe oder gar keine emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber. Was damit einhergeht, sind unter anderem eine hohe Fluktuationsquote (ca. 32 Prozent)[2], niedrige Produktivität und erhöhte Fehlzeiten.

Genau hier können moderne IT-Lösungen als Fundament des digitalen Arbeitsplatzes wieder anknüpfen, den Menschen einbinden und auf die Reise in die Arbeitswelt von morgen mitnehmen. Ein Beispiel für eine solche Lösung ist ein Social Intranet. Es hilft, drei der fünf wichtigsten Faktoren für die emotionale Bindung zum Arbeitgeber[1] positiv zu beeinflussen:

1. Führungskraft

Die Führungskraft nimmt eine zentrale Rolle ein, wenn es darum geht, Mitarbeiter auf dem Weg zum Digital Workplace mitzunehmen. Denn wenn das Personal mitreden darf und über Entscheidungen und deren Hintergründe informiert wird, trägt es – ob aktiv oder passiv – diese auch mit. Blogbeiträge oder kurze Updates im eigenen Namen – z. B. über die Timeline im Intranet – helfen der Führungskraft, in einen Dialog mit ihren Mitarbeitern zu treten, Ideen einzufordern und sich auf kurzem Wege Feedback einzuholen. So wird auch von vornherein vermieden, dass eine unangenehme Distanz zwischen Führungskräften und ihren Teams aufgebaut wird. Der (Neben-) Effekt, der hier durch das kommunikative Einbinden des Mitarbeiters entsteht, ist die emotionale Bindung zum Unternehmen. Denn überall dort, wo man einen Beitrag leistet, lässt man eben auch ein Stück Herz.

2. Kolleginnen & Kollegen

Gepflegte und ausgefüllte Mitarbeiterprofile im Intranet helfen den Kollegen dabei, sich untereinander zu vernetzen und kennenzulernen. Vor allem über mehrere Standorte hinweg, fällt es Mitarbeitern oft schwer, den richtigen Ansprechpartner zu finden, was schnell zu Frustration und Verzögerungen in der Projektarbeit führt. Neben der Effizienz- und Zufriedenheitssteigerung helfen vor allem freiwillige Angaben zu Interessen (fachlich oder privat) dabei, Gleichgesinnte im Unternehmen zu finden. Durch Kommentarfunktionen, @mentions, den Chat, Kollaborationsgruppen oder Microblogs haben Mitarbeiter die Möglichkeit, aktiv bei der Gestaltung der Unternehmenskultur mitzuwirken oder sich auf kurzem Wege mit Kollegen zu vernetzen und auszutauschen. Mit den richtigen Tools wird all das den Mitarbeitern deutlich einfacher gemacht und aus Gleichgesinnten werden schneller Freunde oder zumindest Verbündete, wodurch die emotionale Bindung an das Unternehmen als solches steigt.

3. Unternehmensziele & Unternehmensphilosophie

Häufig ist vielen Mitarbeitern gar nicht klar, auf welche Ziele man mit seinen Kollegen hinarbeitet. Jeder tut das, was von ihm erwartet wird, kann es aber nicht in das große Unternehmens-Puzzle einordnen. Ein gut strukturiertes Intranet kann dabei helfen, die Unternehmensziele sowie die Philosophie mit all ihren Visionen zielgruppengerecht an alle Mitarbeiter zu kommunizieren. Allein mit der Wahl des Formates, zum Beispiel regelmäßige Video- oder Blogbeiträge mit Einblicken in den aktuellen Stand der Dinge oder Aufschlüsselungen der Beiträge einzelner Rollen zu den Zielen, kann schon viel Emotion generiert werden. Durch gezieltes Einbinden der Mitarbeiter und das transparente Beantworten ihrer Fragen zu diesen Themen, unterstützt man auch auf dieser Ebene das Entstehen einer emotionalen Bindung.

Und zu guter Letzt zahlt sich die durch die oben genannten Faktoren begünstigte emotionale Bindung auch messbar für die Unternehmen aus[1]:

Mitarbeiter sind 20% produktiver (und wollen wirklich zum Erfolg des Teams, der Abteilung und des gesamten Unternehmens beitragen.)

 

Mitarbeiter haben 37% weniger Fehlzeiten (es graut ihnen nicht davor im Büro zu erscheinen, denn sie haben das Gefühl gemeinsam etwas bewegen zu können und verstehen, wofür sie sich einsetzen.)

 

Mitarbeiter sind 7-mal weniger auf Suche nach einem neuen Arbeitgeber (weil sich bei erhöhter emotionaler Bindung immer weniger die Frage stellt, ob es woanders besser sein könnte.)

 

Mitarbeiter würden 4-mal so häufig die Produkte/ Services des eigenen Unternehmens weiterempfehlen (weil sie durch die eigene Erfahrung im Unternehmen auch von den Produkten/Services überzeugt sind.)

 

Mitarbeiter würden 17-mal so häufig das Unternehmen als Arbeitgeber weiterempfehlen (wenn sie sich selbst im Unternehmen wohl fühlen.)

 

[1] Gallup (März 2017): Engagement Index Deutschland 2016
[2] Bundesagentur für Arbeit, Institut der deutschen Wirtschaft (2018): die Fluktuation ergibt sich aus dem Durchschnitt aus neu geschlossenen und beendeten Arbeitsverhältnissen, der in Relation zum Bestand an Beschäftigungsverhältnissen gesetzt wird.

By |2019-04-25T16:33:12+02:00April 2nd, 2019|Categories: Blog, Kulturwandel|Tags: , , |0 Comments

About the Author:

Irina Popkov ist Projektleiterin bei HIRSCHTEC mit tiefgreifender Erfahrung in der Informationsarchitektur. Zu ihren Aufgaben gehören die Kundenberatung und -führung während der Analyse und Systemauswahl sowie die Steuerung der darauffolgenden Konfiguration, Umsetzung und Rollout des Intranets.

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