In Teil 1 und 2 unserer Reihe zu „Führung im Wandel“ ist deutlich geworden, dass Führungskräfte verstärkt als Vorbilder auftreten und dass

  1. sie in der heutigen vernetzten Arbeitswelt in der Lage sein müssen, eine Balance zwischen Steuerung und Selbststeuerung von Mitarbeitenden im Sinne einer geteilten Führung herstellen zu können.
  2. sie Entscheidungsfreiräume und Eigenverantwortung auf Mitarbeiterseite zulassen sollten und ihre Mitarbeiter mit Führungs- und Vertrauensfähigkeiten sollten. Sie führen sie nicht nur sich selbst gewissenhaft, sondern könnne auch andere positiv beeinflussen.
  3. sie Rahmenbedingungen schaffen, die sowohl Raum für Selbstbestimmung und –organisation zulassen sowie die Führung durch Mitarbeitende ermöglichen.
  4. sie Wissen und Kompetenzen von Mitarbeitenden so moderieren, vernetzen und strukturieren, dass sie zum Organisationsziel und –erfolg beitragen.

Bevor Mitarbeitende mehr Eigenverantwortung, Selbstorganisation und damit auch eine Führungsrolle übernehmen können, müssen sie zunächst einmal dazu befähigt werden. Hierbei hat die Führungskraft eine zentrale Vorbildfunktion inne – nicht nur analog, sondern auch virtuell. Zusammengefasst wird diese Art von Führung unter Self Leadership. So müssen Führungskräfte und Mitarbeitende mit Führungsbefugnissen zunächst lernen, sich selbst gewissenhaft und verantwortungsbewusst zu führen, um im nächsten Schritt mit gutem Beispiel als Vorbild und Coach vorangehen zu können. Erforderlich sind dazu vor allem Soft Skills wie emotionale und kommunikative Fähigkeiten und die Sensibilität, zwischenmenschliche Signale richtig deuten zu können. Dem Führungskonzept werden eine steigernde Wirkung auf die Innovationsfähigkeit und Kreativität innerhalb einer Organisation zugesprochen.

Die Rolle von Kommunikation

Da es sich beim Self Leadership um eine Kompetenz handelt, die erlernt werden kann, agieren auch hier Führungskräfte und Interne Kommunikation wieder gemeinsam. Mittels geeigneter Maßnahmen und Schulungen zum Verhalten in virtuellen (Team-)Räumen können Interne Kommunikationsverantwortliche das Auftreten, Verhalten und Wording der Führungskraft maßgeblich prägen. Sie können diese sprechfähig machen – sowohl in Face-to-Face-Situationen als auch auf digitalen Plattformen, wie z.B. dem Social Intranet. Interne Kommunikation kann dafür sorgen, dass Auftreten und Verhalten der Führungskraft durchweg konsistent sind und so einen wichtigen Beitrag zu Vorbildfunktion und Glaubwürdigkeit leisten. 

Fazit der Reihe „Führung im Wandel“

Unsere Reihe „Führung im Wandel“ hat gezeigt, dass hinter all den neuen Technologien Menschen stehen, die ihren Platz in der Digitalisierung erst finden müssen. Vor allem die Führungskräfte werden dabei zu einer entscheidenden Stellschraube. Sie befähigen Mitarbeitende zu neuen Arbeitsweisen und helfen ihnen, ihre Rollen zu entwickeln. Welches der beschriebenen Führungskonzepte letztlich zum Erfolg führt, wird sich erst in der Praxis zeigen. Was aber sicher unverzichtbare Werkzeuge für Führungskräfte sind: persönliches Coaching, eine stärkere Reflexion des eigenen Handelns und Verhalten sowie die unterstützende Begleitung durch die Interne Kommunikation.

 

Quellenangaben:

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