Entwicklungs- und Bereitstellungzeiten signifikant beschleunigen, Kosten senken, Produktivität erhöhen: No-Code-Projekte zur Digitalisierung von Prozess-Schritten und die Entwicklung kleiner, praktischer Apps oder auch Bots bieten attraktive Potenziale.

Beispiel Microsoft 365: PowerApps, PowerAutomate, PowerBI & Co. sind starke Instrumente, um ohne tiefgehende Programmierkenntnisse leistungsstarke, automatisierte Lösungen für bislang manuelle oder auch dokumentenlastige Geschäftsprozesse und Workflows zu implementieren. Doch jegliche No-Coding-Initiative im Unternehmen sollte stets durch Kommunikation- und Adoption-Maßnahmen begleitet werden. Fünf Tipps, wie dies konkret gelingen kann.

  1. Organisation und Stakeholder vorbereiten. Wer soll was digitalisieren und automatisieren? Mit welchen Ressourcen und Mitteleinsatz, in welchem Zeithorizont? Und was sind die erwarteten Mehrwerte und Outcomes dabei? Wird ein formeller „Top-Down-Ansatz“ mit Projektsponsoren oder ein „Bottom-Up-Weg“ via Graswurzelbewegung favorisiert? All‘ diese Frage gilt es vor Beginn einer No-Code-Initiative sorgsam zu beantworten und in einer prägnanten Storyline festzuhalten. Ein bloßes „Einfach mal machen“ und „der Schnellste wird sich schon durchsetzen“ kann zu Ineffizienz und Intransparenz führen – und damit zu Frusterlebnissen.
  2. Zielsetzungen und Standards definieren. Weitere Kernfragen: Wie vermeiden wir die Entwicklung redundanter oder widersprüchlicher Lösungen? Nach welchen Kriterien sollen die Apps einem breiteren Nutzerkreis zugänglich gemacht werden? Auch hierauf muss vorher eine Antwort formuliert werden, noch bevor die ersten No-Code-Produkte entstanden sind. Zudem braucht es wiederholbarer Prozesse, an denen sich die Teammitglieder orientieren können und die sie fortlaufend verbessern können.
  3. Datensicherheit und -schutz beachten. Neuer, schneller, bequemer, einfacher – No-Coding klingt verlockend und ist es häufig auch. Doch bei der Entwicklung digitaler Helfer und Services dürfen die bestehende Regelungen der Organisation rund um IT-Compliance, Zugriffe und Berechtigungen oder auch den Datenschutz keinesfalls außer Acht gelassen werden. Justierungen und Weiterentwicklungen solcher Governance-Regelwerke sollten dabei umgehend kommuniziert werden.
  4. Trainings und Enablement. Auch Entwicklung ohne Entwickler braucht Unterstützung und Begleitung. Coachings, Trainings und eine helfende Hand vermitteln Sicherheit und halten die Motivation aufrecht. Hilfe-Communities zum Thema, z. B. via Yammer oder Microsoft Teams, können dabei den Rahmen bilden.
  5. Projektkommunikation und Adoption sicherstellen. Um keine „falsche“ Konkurrenz innerhalb des Unternehmens entstehen zu lassen, sollten sich alle Beteiligten transparent und regelmäßig über ihre Erfahrungen und Erfolge austauschen. „Sharing is caring“ lautet auch hierbei die Erfolgsformel. Auch wenn es lästig sein mag: Ohne Dokumentation geht es nicht! Umso rascher gelingt auch der anschließende „Rollout“ und die Vermarktung der No-Code-Lösungen in die Breite der Organisation bzw. die Nutzer. Eine starke benefit-orientierte Story, Erklärmaterialien und ggf. ein Branding bei größeren Initiativen sind unerlässliche Erfolgsbausteine.

Mit solcherlei Kommunikation geht es keinesfalls darum, Kreativität und Elan zu unterbinden. Doch auch No-Coder schätzen Leitplanken und sind dankbar, wenn es darum geht, Ergebnisse für die „interne Kundschaft“ – sprich Nutzerinnen und Nutzer – attraktiv und eingängig zu vermitteln.